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Dienstag, 21.11.2006

Review: Pyaasa


 Pyaasa

Review Nr. 62: Pyaasa aus dem Jahr 1957

Kurz gesagt: Toll inszenierter und stark gespielter Klassiker mit melancholischer Atmosphäre (8/10)




Story:
Der Poet Vijay (Guru Dutt) lebt auf der Straße und fühlt sich von allen verlassen. Seine Brüder haben ihn verstoßen, sein ehemaliger Chef wollte seine Gedichte nicht abdrucken und Jugendliebe Meena (Mala Sinha) hat einen anderen geheiratet. Doch einestages trifft er auf eine junge Frau, die sein Werk zu schätzen scheint: Die Prostituierte Gulap (Waheeda Rehman). Ausgerechnet dann spielt ihm das Schicksal einen bösen Streich...

Langfassung Review:
Pyaasa ist für mich eine Premiere in vielerlei Hinsicht: Der erste Film aus den 50er-Jahren, der erste Film in schwarz/weiß, der erste Film von und mit Guru Dutt und der erste Film mit Waheeda Rehman in jung. Das es außerdem mein bislang ältester Bollywoodfilm ist, dürfte klar sein.

So mancher Klassiker konnte mich bereits nicht wirklich begeistern - doch Pyaasa ist ein Volltreffer. Ein faszinierender, tiefgründiger Film, mit einmaliger melancholisch-tragischer Atmosphäre, poetischen Bildern und Lyrics, der einen schnell in seinen Bann zieht - auch wenn er nicht allzu bewegend ist.

Das Lob gebührt in allererster Linie natürlich Guru Dutt, der sowohl als Regisseur als auch als Hauptdarsteller brilliert. Er kreiert wie eben erwähnt eine magische Atmosphäre und hält das Tempo stets hoch genug, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Sein Spiel ist angenehm zurückhaltend und seine Miene passend tragisch. Ihm zur Seite stehen Mala Sinha, die mit einer kraftvollen Darstellung überzeugt, als ehemalige Geliebte und Waheeda Rehman als poesiebegeisterte Prostituierte. Ihre Rolle ist leider kleiner als ich erhofft hatte, aber sie spielt gut, ob sie nun gedankenverloren ins Leere schaut oder sich besonnen für Vijay einsetzt. Und ihr Lächeln ist zauberhaft, schade, dass wir es nicht öfter zu sehen bekommen.

Die zehn Songs, die es im Film gibt störten glücklicherweise gar nicht und waren oft ja auch nur sehr kurz. Die Highlights des S.D. Burman-Soundtracks sind für mich eindeutig der beschwingte Johnny Walker-Song ?Sar Jo Tera Chakraye? und der, um es mit Marias sehr treffenden Worten zu sagen, sehr hypnotische ?Jinhe Naaz Hai Hind?, der einfach großartig ist.

?Großartig? ? das trifft auf den ganzen Film zu. Wegen der Atmosphäre, den Bildern, den Schauspielern, der Musik und durchaus auch der Message, ist Pyaasa ein ausgesprochen gelungener, sehenswerter Film. Und ein perfekter Einstieg in die 50er-Jahre ? denn nun will ich unbedingt mehr sehen. 8 von 10 Punkten.

Mitwirkende:
Regie: Guru Dutt

Musik: S.D. Burman

Cast: Guru Dutt, Waheeda Rehman, Mala Sinha, Johnny Walker

Screenshots:

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